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27.03.26

Titel-Flachdochte_shop

Drei Dochte, eine Kerze: Der ausführlicher Brenntest mit 3×20, 3×25 und 3×27

Kerzen zu testen ist immer ein kleines Abenteuer – besonders dann, wenn drei verschiedene Dochtstärken gegeneinander antreten und man nicht weiß, welche am Ende das schönste Flammenbild zeigt.
Rosa hat mir drei ihrer handgegossenen Kerzen geschickt, alle mit 10 cm Durchmesser und rund 9 cm Höhe, jeweils mit einem anderen Flachdocht versehen: 3×20, 3×25 und 3×27.
Was zunächst nach einem einfachen Vergleich klingt, entpuppte sich schnell als spannender Langzeittest mit kleinen Überraschungen, unerwarteten Herausforderungen und einem klaren Sieger.
In diesem Bericht nehme ich dich mit durch über 40 Stunden Brenndauer, zeige dir, wie sich die Dochte verhalten haben und welcher von ihnen Rosas Kerzen am schönsten zum Leuchten bringt.
Erste Runde:
Rosas Beobachtungen Flachdocht 3×20:
Der 20er Docht erzeugte einen Brennteller von etwa 5 cm.
Für eine 10‑cm‑Kerze ist das eindeutig zu wenig, der Docht ist schlicht zu dünn.
Flachdocht 3×25
Auch der 25er Docht war zunächst zu schwach.
Der Brennteller erreichte maximal 6 cm.
Die Flamme brannte zwar ruhig und rußfrei, aber der Docht musste zwischendurch gekürzt werden.
Flachdocht 3×27
Die dritte Kerze brannte zum Zeitpunkt der ersten Rückmeldung bereits 5 Stunden.
Der Brennteller lag ebenfalls bei nur 5 cm, also auch hier zu klein.

Daraufhin schickte Rosa mir die Kerzen zu, damit ich den Test weiterführen konnte.
Zweite Runde:
Mein Weiterbrennen & Nachjustieren
Nach dem erneuten Anzünden habe ich bei allen drei Kerzen die Dochte gekürzt, das ist wichtig, um eine ruhige Flamme zu bekommen.
Besonderheit beim 27er Docht
Der 3×27 hatte ein Luftloch direkt am Docht.
Dadurch musste ich die Flamme stärker kürzen.
Ich hätte das Luftloch einfach mit Wachs auffüllen können, aber darauf kam ich nicht, Rosa erwähnte es später.
Und genau das macht solche Tests aus: Es läuft nicht immer alles perfekt, und das ist völlig okay.

Trotzdem brannten alle drei Kerzen ruhig weiter.
Zwischenstand nach 9 Stunden Brenndauer
(7 Stunden am Vortag + 2 Stunden am nächsten Morgen)

Alle Kerzen brannten weiterhin ruhig und schön.
Der Brennteller vergrößerte sich bei allen langsam, aber gleichmäßig.
Endergebnis nach ca. 40 Stunden Brennzeit:
Flachdocht 3×25: Der Überraschungssieger
Als erstes ging der 3×25 aus, er war komplett bis zum Boden heruntergebrannt.
Der Brennteller lag bei 10×8 cm, was daran lag, dass sich die Kerze nach außen wölbte.
Trotzdem zeigte er insgesamt das beste Gesamtbild.
Flachdocht 3×20
Brennteller: 7 cm
Für die Kerze zu klein, aber er brannte ruhig.
Flachdocht 3×27
Brennteller: 8 cm
Trotz der Luftblase tunnelte die Kerze wunderbar.
Mein Fazit:
Der 3×25 hat den Test gewonnen.
Er liefert den größten und gleichmäßigsten Brennteller und eignet sich damit am besten für Kerzen mit 10 cm Durchmesser.
Alle drei Dochte könnten, meiner Meinung nach, aber durchaus auch noch größere Kerzen schaffen. Besonders, weil sie wunderschön leuchten, wenn sie tunneln.
Wichtig ist nur:
Nach dem Anzünden den Docht kurz kürzen und erneut anzünden.
Dann brennen die Kerzen ruhig, sauber und richtig schön.
Danke, liebe Rosa, für die Kerzen!
Freut euch schon jetzt auf den nächsten Test, denn Rosa hat mir weitere Kerzen zugeschickt, diesmal mit den dicksten Runddochten in den Größen Nr. 10, 12, 15 und 22, sowie einem Bienenwachsdocht Nr. 10. Diese werde ich in den kommenden Tagen und Wochen für euch anzünden und ausführlich testen. Es bleibt also spannend!
Warum sich manche Flachdochte selbst kürzen und andere nicht:
Bei dünnen Flachdochten sorgt die besondere, asymmetrische Flechtung dafür, dass sich der Docht leicht nach außen zur heißeren Zone der Flamme krümmt. Dort bekommt die Flamme mehr Sauerstoff, die Temperatur ist höher und die Dochtspitze verglüht automatisch.
So kürzt sich der Docht von selbst und muss in der Regel nicht getrimmt werden.
Bei dickeren Flachdochten funktioniert dieser Effekt nicht zuverlässig. Sie sind zu massiv, um sich sauber nach außen zu biegen. Dadurch bleibt die Spitze zu lang, verglüht nicht vollständig und die Flamme kann zu groß oder rußend werden.
Wichtige Grundregel:
Vor jedem erneuten Anzünden sollte die verkohlte Dochtspitze entfernt werden.
So bleibt der Docht kurz genug für eine ruhige, saubere und stabile Flamme.

Sollte sich an der Dochtspitze eine kleine Rußknospe oder "Butze" bilden, sollte diese umgehend entfernt werden. Sie beeinträchtigt den optimalen Abbrand der Kerze.